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Seit 14. Jhd. unterlag die europäische Adelskleidung einem immer schnelleren
Wandel, der im Reich nach der Großen Pest um 1350 einsetzte: Die Männerkleidung
wurde kürzer, die Kleidung beider Geschlechter enger, so daß die Körperformen
und bes. die Taille betont wurden. Zusätzlich. wurden dem Körper überlange
Proportionen gegeben. In den dt. Städten, wo diese Mode adaptiert wurde,
wurden bezeichnenderweise zu dieser Zeit die ersten Kleiderordnungen erlassen.
In der Männerkleidung entwickelte sich eine kurze, enge Jacke, die Schecke.
Wie die Schecke wurde auch das Wams enger und kürzer und wandelte sich vom
Unter- zum Obergewand. Unter Zuhilfenahme von Wattierungen betonte es die
männl. Brust. Die Ärmel konnten sowohl eng anliegend als auch tüten- oder
beutelförmig sein. Die Beine wurden in enge, körperbetonte Hosen (Beinlinge)
gesteckt, mit denen das Wams durch Nesteln verbunden werden konnte. Die
lange Tunika blieb nur im geistl. Ornat und im Herrscherornat erhalten.
Statt des Tasselmantels trug der Adel nun den Nuschenmantel und die Heuke.
Der Nuschenmatel bildete nur noch einen Kreisausschnitt, der mit einer Spange
(Nusche) vorne zusammengehalten wurde. Die Heuke war ein kreisförmiger Mantel,
der auf der rechts aufgeschnittenen Seite# und auf der Schulter mit einem
Knopfverschluß versehen war. Mit einem Hermelinkragen geschmückt wurde er
zum Kennzeichen der Kfs.en. Die Schuhe hatten lange, spitze Schnäbel und
wurden an der Seite geschnürt. Die Obergewänder der Frauen lagen eng am
Oberkörper an, während gleichzeitig die Taille ein wenig höher gesetzt und
außerordentl. eng wurde. Ab der Taille war der Rock weit, faltenreich und
erhielt lange Schleppen. Die Ärmel reichten oft tütenförmig bis zum Boden.
Eine Neuerung war das Dékolleté. Daneben wurde weiterhin der ärmellose Surcot
getragen. Eine Besonderheit der dt. Adelskleidung im 14. Jhd. war, daß die
Kleiderränder mit zackenförmigen Stoffstücken versehen wurden (Zaddelung).
Die vorherrschende Kopfbedeckung war die Gugel, eine Kapuze mit kragenartigem
Schulterstück, adlige Frauen trugen als Alternative den Kruseler, eine Art
Schleier, der das Gesicht mit mehreren Rüschen-Reihen umrahmte.
Während im 14. Jhd. wichtige Impulse für die Mode vom Pariser Hof ausgingen,
wurde zu Beginn des 15. Jhds. der Hof von Burgund das Vorbild. In den ersten
Jahrzehnten wurden v.a. stoffreiche, üppige und lockere Formen getragen.
Charakterist. ist der Tappert, ein langes, weites und faltenreiches Gewand
mit Stehkragen, das hinten in einer Schleppe endete und Flügelärmel besaß.
Auch Zaddeln und Schellen waren verbreitet. Um 1450 wurde diese Mode wieder
durch lange, spitze Formen abgelöst. Die adligen Männer trugen zwar weiterhin
die Schecke, das (wattierte) Wams und Beinlinge. Die Ärmel verloren aber
ihre Stoffülle, und ihre Weite verschob sich vom Handgelenk bis zur Schulter,
wo sie sich zu Schulterpuffen (den Mahoîtres) erweiterten. Auch die Schnabelschuhe,
die in der ersten Hälfte des 15. Jh.s kürzere Schnäbel hatten, wurden um
1450 wieder länger. An die Stelle der Gugel traten turbanähnl. Kopfbedeckungen
und fezartige Kappen. Die Frauenkleider waren erneut oben eng anliegend
und tief dékolletiert, unterhalb der hochgesetzten Taille stoffreich mit
langen Schleppen und bis zum Boden reichenden Tütenärmeln. Als Kopfbedeckung
war bes. die Hörnerhaube beliebt, über die zusätzl. große Tücher gelegt
wurden.
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