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Im mittelalterlichen Europa erzeugte ein großer Teil der Bevölkerung
seine Grundnahrungsmittel selbst. Das Gewerbe, welches sich mit der Erzeugung und dem Verkauf von Nahrungsmitteln
befasste, war eines der Umfangreichsten. Hauptsächlich wurde aber über geringe
Entfernungen gehandelt.
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Geschirr und BesteckZwei Utensilien der alltäglichen Mahlzeiten konnten sich nur schwer durchsetzen:
Teller für jeden und die Gabel. |
Brei und EintopfDer allgegenwärtige Brei - in manchen Haushalten war Brei die einzige
Mahlzeit des Tages - |
Geschätzt und geehrt: die KöcheDie Mächtigen Europas wussten ihre Köche sehr zu schätzen. I |
Die verschiedenen Mahlzeiten des TagesBegonnen wurde der Tag mit einem Frühstück (ientaculum), das aus einem
Becher Wein bestand. |
FastenzeitenFür uns heute undenkbar, nahmen die Fastentage mehr als ein Drittel des
Jahres ein. Mittwoch und Freitag waren zudem feste fleischfreie Tage.
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Gefärbte SpeisenGefärbte Speisen waren wie Schaugerichte äußerst beliebt und im Gegensatz
zu diesen äußerst einfach herzustellen. |
Gewürze und KräuterUntrennbar mit der mittelalterlichen Küche sind Gewürze verbunden. Eine
Grenze zwischen Herrschaftsküche und Bauernschmaus ist hier nicht vonnöten |
Herrenspeisen und BauernschmausWenn wir in der Literatur lesen, welch großartige Speisenfolgen aufgetischt
wurden, um Gäste zu bewirten, dann muss unterschieden werden zwischen Herrenspeisen
und Bauernschmaus. Als "Herren" wuden in diesem Zusammenhang Adlige, Landbesitzer,
Menschen mit Verfügungsgewalt, Geistliche und Freie bezeichnet. |
Honig und ZuckerGesüßt wurde im frühen Mittelalter ausschließlich mit Honig bis hinein in das späte Mittelalter. Seit dem 8. Jahrhundert ist der Rohrzucker in Süditalien zwar bekannt, aber erst mit den Kreuzzügen verbreitet sich in ganz Europa die Kenntnis um die Rohrzuckergewinnung. Dennoch bleibt Zucker ein Luxusgut - Anfang des 15. Jahrhunderts haben 11 Pfund Zucker noch so viel Wert wie ein Pferd. Erst 1747 entdeckt Andreas Sigismund Markgraff, dass aus der Runkelrübe Zucker gewonnen werden kann, aber erst nachdem im 19. Jahrhundert die industrielle Zuckergewinnung große Mengen an Zucker bereitstellen läßt, wird Zucker ein Allgemeingut. Wer diese Umstände bedenkt, weiß um die Bedeutung der Schaugerichte - nur wer über enormen Reichtum verfügte, konnte es sich leisten, Schaugerichte, die meist nicht zum Verzehr geeignet waren, aber zu großen Teilen aus Zucker bestanden, herstellen zu lassen. |
JahreszeitenTrocknen, Räuchern und Einsalzen waren als Konservierungsmethoden im
Mittelalter bekannt. Getrocknet wurden vornehmlich Obst - |
Mandelmilch und MarzipanMandel dürfen in der herrschaftlichen Küche des Mittelalters nicht fehlen.
Besonders beliebt ist die Mandelmilch: aus gestoßenen Mandeln, Wein und
Wasser zubereitet, bildet sie die Grundlage für viele Speisen und Saucen
und wird in der Fastenzeit als Milchersatz verwendet. |
Ritteressen und TafelrundenHühnerbeine und Knödel sollen durch die Luft fliegen, die besudelten
Finger wischt man sich an Hemd und Hose ab, es darf gerülpst und gefurzt
werden, nach Herzenslaune das Essen in der Luft zerrissen und verschlungen
werden ... So oder ähnlich ist die heutige Vorstellung eines Ritteressens,
die mit Begeisterung von pfiffigen Gastwirten angeboten und abenteuerlustigen
Gästen gebucht werden. |
SchaugerichteMit Staunen lesen wir von Biberschwänzen, Haselmäusen, Störchen, Adlern
und Bären, die serviert und verspeist wurden und können ein kritisches Runzeln
mit den Brauen kaum unterdrücken. Wir denken daran, wie zäh Schwäne und
Adler schmecken mussten, wie seltsam Siebenschläfer und Haselmaus. Doch
vergessen wir dabei vor allem eines: es ging vornehmlich nicht nur um den
Geschmack der Speisen, sondern um das Zurschaustellen von Reichtum anhand
der Speisen. |
TeigwarenAuch um die Küche und ihre Rezepte rankt sich so manch eine Legende. Einer der schönsten dürfte von Marco Polo handeln, der 1295 von seiner Asienreise auch das Rezept für gefüllte Teigtaschen und Fäden aus Teig mitbrachte. Angeblich fand sein Bericht die offenen Ohren venezianischer Küchenmeister, die fortan unermüdlich Wasser, Mehl, Eier, Öl und Salz vermengten, bis sie die richtige Konsistenz des Teiges für Nudeln herausgefunden hatten. Wir wissen nicht, ob dies den Tatsachen entspricht oder ob die Nudeln nicht aus dem Arabischen Raum zu uns kamen - von Kreuzfahrern und Handelsreisenden mitgebracht. Tatsache aber ist, dass die Teigwaren schon bald nicht mehr aus der Küche wegzudenken waren. Besonders italienische Köche schätzten die Pasta. Allerdings wurden noch im 15. Jahrhundert Verbote erlassen, Teigwaren herzustellen: war eine Ernte besonders schlecht ausgefallen, wurde das Mehl für Brot benötigt. Ab der Renaissance konnte der Triumphzug der Nudel jedoch nicht mehr aufgehalten werden .... |
Weisses Brot und GetreideschrotAm Brot scheiden sich die Geister. Finden wir heute in südlichen Ländern
eigentlich fast ausschließlich Weißbrot auf den Tischen, so sind nördliche
Völker auf ihre Brotvielfalt stolz, können überhaupt nicht verstehen, wie
tagein, tagaus, immer wieder weisses Brot gereicht werden kann - über Geschmack
lässt sich bis heute nicht streiten ... Das weisse Brot, aus fein gemahlenem
Weizenmehl hergestellt, war in alten Zeiten (nicht nur im Mittelalter) für
den Fürsten- und Herrentisch reserviert. Dunkle Brotsorten, vornehmlich
Roggenbrot kam auf den Tisch der Bauern. Hier muss das Antoniusfeuer erwähnt
werden, das "merkwürdigerweise" fast ausschließlich arme Leute und Bauern
befiel. Der Name "Antoniusfeuer" bezeichnet die Vergiftung durch den Mutterkornpilz.
Im Mittelalter nahm diese (oft todbringende) Krankheit seuchenartige Auswüchse
an - besonders nach Hungersnöten, verregneten Sommern, etc. - man nahm in
die Ernte alles auf, was an Korn zu ernten war. Das das Mutterkorn besonders
kurz vor der Ernte am meisten Gift enthält, kam es nach den Ernten zu schlimmsten
Ausmaßen des Antoniusfeuers, das in zwei Formen auftreten kann. Die in Deutschland
häufigere Form betraf das Nervensystem und führte meist zum Tod. Erst im
angehenden Barock entdeckte ein holländischer Arzt den Zusammenhang zwischen
Mutterkorn und Antoniusfeuer. Als Heilmittel gegen die Seuche wurde neben
Wagenfett auch Chlorweiß empfohlen - dass die Seuche ungehindert, eher gefördert
und unterstützt, weiter hausen konnte, liegt auf der Hand. |
Wildbret, Fleisch und FettUntrennbar mit der Herrentafel ist das Wildbret verbunden. Nur den Adligen
vorbehalten, kommt es in der Literatur ständig auf den Tisch der Herren
- in Wahrheit machte der Wildanteil der Adelsspeisen knappe 5 % aus, später
in den Städen sogar nur bis zu 3 %. http://www.trimalchios-fest.de/mittelalter.html |
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zuletzt aktualisiert 30.01.2010 |