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Pesttote
und Anrufung von Schutzheiligen um 1660
[Bildnachweis]
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Krankheit, Alter und Tod sind unlösbar mit dem menschlichen Leben verknüpft.
Besonders schreckenerregend für den mittelalterlichen Menschen war aber
der plötzliche, der unerwartete Tod. Vor allen anderen fürchtete man die
Pest, die über die gesellschaftlichen Grenzen hinweg sehr viele, manchmal
die meisten der Erkrankten in wenigen Tagen tötete. Die Pest hat auch Reiche
nicht verschont, doch Arme waren aufgrund ihrer schlechteren Lebensbedingungen
anfälliger: Mangelernährung, kühle und feuchte Wohnungen, fehlende Hygiene.
Die Pest war seit der Zeit um 1350, als der "Schwarze Tod" nach Europa kam,
eine für Millionen von Menschen tödliche Seuche. Die Beulenpest konnte man
überleben, die Lungenpest kaum. Die erste Pestwelle von 1349/50 hat auch
Münster nicht verschont. Über mehr als 300 Jahre trat die gefährliche Krankheit
immer wieder auf. Arme Mägde, Knechte, Schüler, die stadtfremd waren und
in bürgerlichen Haushalten mitwohnten, wurden aus dem Haus geworfen, sobald
sie an der Pest erkrankten. Aus der begründeten Angst vor Ansteckung verständlich,
aber eine menschliche Katastrophe. Für diese armen Pestkranken stiftete
der münstersche Bürger Macharius Vegesack 1475 ein Pflege- und Sterbehaus.
Drei weitere folgten bis 1563.
Aufgrund hoher Ansteckungsgefahr erließ der Stadtrat in Zeiten der Pest
immer wiederkehrende Verordnungen. Häuser mit Pestkranken mussten durch
Strohkränze an den Türen gekennzeichnet werden. Die Bewohner/innnen, auch
die Gesunden, mussten einen weißen Stock bei sich tragen, wenn sie das Haus
verließen - den Gesunden zur Warnung. Feiern und Gastmähler hatten zu unterbleiben.
Auch die Reinhaltung der Straßen und Beseitigung von Schweineställen vor
den Häusern wurde den Bürgerinnen und Bürgern befohlen. 1599 organisierte
der Rat die Abfallbeseitigung durch einen städtischen Bediensteten mit der
"Dreckkarre" und eigenen Pferden.
Westeuropa litt 1629 bis 1636 wieder unter einer schweren Pestwelle. In
Münster traten die letzten Pestepidemien 1617, 1636, 1656 und 1666 auf.
http://www.muenster.de/stadt/armut/1_2_3.html
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