Das Münzrecht der Bischöfe von Münsterhttp://numiswelt.de/Locnar/projekte/muenster/ Als Ludwig der Fromme im Jahre 833 der Abtei Corvey das Recht übertrug, Münze, Markt und Zoll einzurichten, wurde damit, dem Kaiser sicher nicht bewusst, eine Entwicklung eingeleitet, die zu einer Zersplitterung des Münz- und Geldwesens in den Nachfolgestaaten des karolingischen Reiches führen sollte. Verleihungen an andere geistliche Institutionen folgten. Im ostfränkischen Reich wurden die Bischöfe und Reichsäbte besonders unter den Ottonen durch Erteilung von Münz-, Markt- und Zollprivilegien gefördert. In der Nachbarschaft Münsters etwa sind im 10. Jahrhundert diese Rechte dem Bischof von Osnabrück verliehen worden. 952 wurde dessen Privileg sogar ausgeweitet auf eine zweite Münzstätte in Wiedenbrück. 977 wurde der Mindener Bischof mit denselben Rechten ausgestattet. 1028 erhielt sein Paderborner Amtskollege ein gleiches Privileg als Ersatz für ein älteres, in Verlust geratenes. Für Münster ist weder ein solches Münzrechtsprivileg noch eine königliche Bestätigung erhalten. Es sind allerdings auch keine anderen Königsurkunden für das Bistum aus ottonischer oder salischer Zeit erhalten. Offensichtlich ist bei dem verheerenden Brand der Domburg 1121 auch das bischöfliche Archiv ein Raub der Flammen geworden. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass auch das Bistum Münster wie die anderen westfälischen Bistümer mit einem Münz-, Markt- und Zollrechtprivileg ausgestattet worden ist. Bei Beginn der Prägung unter König Otto 111. (983-996) muss es bereits vorgelegen haben.
Münze König Otto III. 983-996 aus Münster Münster als königliche
Münzstätte einzustufen ist kaum möglich, da es hier keinen Königshof gab.'
Vor die Mitte des 10. Jahrhunderts dürfte die Ausstellung der Münzrechtsverleihung
aber kaum zurückreichen. Im 12. Jahrhundert war zum einen, die Königsmacht
schon etwas gemindert, zum anderen aber die münsterische Münzprägung auch
ein Gewohnheitsrecht an dessen Rechtmäßigkeit kaum zu zweifeln war. Daher
war die Ausstellung einer königlichen Bestätigung nach 1121 kaum noch nötig Wo die Münzen des 11.Jahrhunderts innerhalb der Domstadt geprägt wurden, ist mit letzter Sicherheit nicht festzustellen. Mit Wahrscheinlichkeit stand das Münzhaus bereits dort, wo es sich im späten Mittelalter nachweisen lässt, nämlich am Rande der Domburg mitten auf der zentralen Marktstraße. Die Lage der Münzstätte
auf dem Markt entspricht dem, was auch aus anderen Städten bekannt ist.
Der Münzbetrieb war auf die Silberanlieferungen der Kaufleute ebenso angewiesen
wie auf die Einwechselung von Pagament in der Wechselstube. Münster um 1200
Mechanische Prägeverfahren fanden in Münster wie in ganz Nordwestdeutschland bis 1574 keine Anwendung. Ein zylindrischer Oberstempel wurde mit der Hand über einem in einem Amboß eingelassenen Unterstempel gehalten. Zwischen beide wurde der noch unbeprägte Schrötling gelegt, der dann mit kräftigem Hammerschlag auf den Oberstempel beprägt wurde. Technische Perfektion wurde nicht angestrebt. Die Prägung erfasst gelegentlich nicht die ganze Münze. Die Durchschnittsgewichte in Gramm sind: Zeitpunkt Gewicht in g
Einige Textteile mit freundlicher Genehmigung von Perter Ilisch: Die mittelalterliche Münzprägung von Münster
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zuletzt aktualisiert 30.01.2010 |