Lieder

Liedgut und Musik im Mittelalter

Immer wen im Mittelalter Menschen zusammen saßen ob nun im kleinen Kreis der Familie, der Rotte oder in einer Taverne war es ja nicht möglich so wie in heutigen Kneipen oder bei Veranstaltungen einfach die Musikbox zu füttern oder eine CD aufzulegen.

Also bestand die damalige Unterhaltung aus musizieren und Erzählungen.
Im Hochmittelalter war es unter anderem die Aufgabe der Burgdamen, ihre Gäste und Herren mit Gesang, Musik und Geschichten vergangener Tage zu unterhalten.
Sie saßen zusammen und sangen, Erzählten sich Geschichten von Abenteuern und Heldentaten, zitierten mündlich überlieferte Gedichte oder Verse.
Begleitet wurde dies durch die damals verbreiteten Instrumente.

Abwechslung gab es durch reisende Barden und Troubadoure die neue Geschichten über Heldentum und Legenden aus anderen Teilen der Welt in das Dorf brachten.
Die fahrenden Musikanten hatten das kulturreligiöse Erbe ihrer Vorfahren in Liedern und Versen bewahrt.
Die Barden aber zogen noch lange von Burg zu Burg, um sich ihren Unterhalt und einen Platz am Feuer durch ihre Unterhaltungskunst zu erarbeiten.
Damit vertrieben sie kurzfristig den harten Alltag des Burglebens.
Auch Gaukler und Hofnarren übernahmen diese Aufgabe und unterhielten die Herren und Damen mit allerlei Späßchen und Gesang, der sich oft nur aus dem Leben der Burgeinwohner heraus ergab.
Doch die oft besungenen Lieder waren traditionelle Lieder. Neues brachten nur die Barden.
Manchmal verweilte ein Barde auch längere Zeit in einer Stadt und schrieb an seinem Aufenthaltsort ein paar neue Verse. In den Städten hörte man, wenn nicht zuhause, den Spielleuten zu, die von Stadt zu Stadt zogen.
Ihre Musik unterschied sich stark von der höfischen Minnen, da hier mit groben, lauten Musikinstrumenten die Darbietungen die Akteure untermalt wurden.
Auf dem Land machten die Menschen selbst ihre Musik mit einfachsten Instrumenten, z.B Glöckchen oder einfachen Flöten, die sie nach getaner Arbeit im Kreise der Familie oder bei Festen spielten.
Zu kirchlichen Liedern hatte das Bürgerliche und einfache Volk weniger Zugang, da nur der Adel,
Latein beherrschte, in dem die Lieder geschrieben waren.
Mit Endstehen der höfischen Minne - der ungeschlechtlichen Liebe eines Ritters zu einer idealisierten Dame - entwickelte sich eine neue Form des Liedes.
Waren es zuvor zu größten Teilen traditionelle Gesänge und Lieder über Ereignisse gewesen, die man zum Besten gab, wurden die Ritter nun durch ihre Angebetete zu literarischen Ergüssen inspiriert.
Solche Lieder kann man in der Manessischen Liederhandschrift gesammelt finden.
Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Manesse
Berühmte Ritter-Barden waren z.B. Wolfram von Eschenbach oder Walter von der Vogelweide.

Ersonnen von Andre

 

zuletzt aktualisiert 30.01.2010